Wer mit Gas oder Öl heizt, zahlt über die Energiekosten bereits für den CO₂-Ausstoß mit. Für Eigentümer, Vermieter und WEGs stellt sich daher die Frage, wie sich diese Kosten im kommenden Jahr entwickeln.

Nach dem aktuellen Gesetzentwurf der Bundesregierung ist für 2027 zunächst kein deutlicher Preissprung vorgesehen. Der CO₂-Preis für fossile Brennstoffe soll weiterhin innerhalb einer Spanne von 55 bis 65 Euro pro Tonne liegen.

Warum soll es 2027 bei diesem Preisrahmen bleiben?

Ursprünglich war geplant, den neuen europäischen Emissionshandel für Gebäude und Verkehr, kurz ETS 2, bereits 2027 einzuführen. Der Start wurde jedoch um ein Jahr auf 2028 verschoben.

Dadurch braucht es für 2027 eine Übergangslösung. Die Bundesregierung plant deshalb, die bereits für 2026 geltende Preisspanne von 55 bis 65 Euro auch im folgenden Jahr beizubehalten.

Ohne eine neue Regelung hätte sich die Preisbildung 2027 stärker am europäischen Emissionshandel orientiert. Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW hatte in diesem Zusammenhang mit einem möglichen Preisniveau von 75 bis 85 Euro pro Tonne CO₂ gerechnet.

Noch handelt es sich allerdings um einen Gesetzentwurf. Die geplante Änderung muss das weitere Gesetzgebungsverfahren durchlaufen.

Ab 2028 gelten neue Bedingungen

Mit dem geplanten Start des ETS 2 im Jahr 2028 ändert sich die Grundlage für die CO₂-Bepreisung von Brennstoffen. Welche Preise sich dann tatsächlich am Markt ergeben, steht heute noch nicht fest.

Für Gebäude mit Gas- oder Ölheizung bleibt das Thema deshalb auch über 2027 hinaus relevant. Steigt der Preis für den verursachten CO₂-Ausstoß, kann sich das entsprechend bei den laufenden Heizkosten bemerkbar machen.

Was bedeutet das für Eigentümer und WEGs?

Sollte die geplante Regelung verabschiedet werden, wäre für 2027 zunächst ein klarer Preisrahmen vorgegeben. Für die langfristige Planung einer Immobilie lohnt sich der Blick über dieses eine Jahr hinaus dennoch.

Wenn ohnehin Sanierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen anstehen, sollte auch der künftige Energieverbrauch berücksichtigt werden. Wer weniger fossile Energie benötigt, ist schließlich auch weniger stark von der weiteren Entwicklung des CO₂-Preises betroffen.

Für WEGs bedeutet das: Entwicklungen frühzeitig verfolgen und notwendige Maßnahmen mit Weitblick planen. Als Immobilienverwaltung behalten wir relevante Änderungen für unsere Eigentümergemeinschaften im Blick und unterstützen dabei, anstehende Entscheidungen rechtzeitig vorzubereiten.